Die weißen Sonnenflecke - 1. Kapitel: Der Vorsitzende
1. Kapitel. Der Vorsitzende. Es handelt sich hier nicht, um dies vorauszuschicken, um jene chemischen Vorgänge auf der Sonne, die die Wissenschaft mit »Sonnenfleckenbildung« bezeichnet, also nicht um jene gewaltigen Explosionen auf dem Tagesgestirn, deren elektrische Auswirkungen wir bis zur Erde spüren. Es handelt sich um etwas ganz harmloses, man könnte sagen, um eine kindliche Spielerei, die jeder echte Lausbub mal gerissen hat. Es gehört dazu nur ein Spiegel und Sonnenschein. Dies zur Einleitung. — Der Februar in Berlin krankt alle Jahr an der Überfülle von Bällen. An uns geht diese Krankheit spurlos vorüber. Harald erklärt immer wieder, er müsse erst total stumpfsinnig werden, um derartige Schaustellungen von Fräcken und unbekleideten Damen, verbunden mit Musikgeräuschen, Sekt und Tombola, mitzumachen. In der Tat: wir würden da sehr wenig beachtliche Figuren abgeben. Wir tanzen nicht — trotz der Carlo-Tanzstunde im Rundfunk —, — höchstens einen alten biederen Walzer. Wir haben kein Interesse daran, die in den Logen sich zwanglos-auffällig spreizenden Größen der Politik, der Bühne, des Films anzustaunen. Eine solche Nacht wären verlorene Stunden. Und doch haben wir heuer einen Ball mitgemacht. Am 9. Februar brachte uns der alte Briefträger Krüger, der täglich seinen Schnaps und seine Zigarre bekommt, die »diesbezügliche« Einladung, — Büttenpapier, feinster Druck … Der