Die Weisheit der Freude
Die Sonne ist der Quell der Freude. Das ganze Nervensystem ist ein Geflecht der Sonne. Sie spannt sich selbst die Harfensaiten, auf denen wir ihr Lied singen. Die Farbe der Wonne ist Licht. Das Dunkel ist ein Heimweh nach Licht. Ein Strahl der Sonne kann mehr erwecken, als tausend Nächte zu ersticken vermögen. * Es wäre eine mystische Sache um die Telegraphie ohne Draht, wenn nicht jede Übertragung seelischer Eindrücke eigentlich dasselbe wäre. Ich sehe ein Kind lachen – und mein Herzdruck steigt meßbar; ich lese eine Todesanzeige – und meine Pulse stocken. Das ist das Mysterium des nervus sympathicus: Millionen kleinster empfindlichster Fangschirme aller Weltall-Wellen, eingestellt gewiß auf alle X-, Y- und Z-Strahlen von Mensch zu Mensch, von Unbeseeltem zu Belebtem. * An nichts mehr gern denken heißt den Tod rufen. * Das Gefühl der Freude entsteht aus einer plötzlichen Bejahung des Lebens. Indem wir lachen, jauchzen wir dem Weltall tausend »Ja!« entgegen. Unsere Freuden sind unsere erhaltungsgemäßesten Ereignisse. Unser Lebenslied konsoniert zum Weltakkord, jede Dissonanz zu ihm ist Unlust. * Jeder harmonisch bewegte Rhythmus hat etwas zur Gleichbewegung Zwingendes. Ein springender Quell, eine hüpfende Bachstelze, der wirbelnde Schnee sind heitere Dinge allein durch rhythmische Bewegung. Das Lachen ist vielleicht rhythmische Entladung von Seelenüberstrom. Darum so