Die Wallfahrt nach Trier
Verlag von G. Joseph Manz Regensburg 1845 Trier in der Lintz'schen Buchhandlung Herder hat irgendwo in seinen Schriften lebendig die staunende Bewunderung ausgedrückt, die jenes gewaltige Gebäude in ihm hervorgerufen, das die Kirche aus ein wenig Wachs und Oel und Wasser und Salz und einem Kleinsten der Erträgnisse der Rebe und des Halmes aufgebaut. Er hat dort den Wunderbau von seiner greiflichen Seite her gesehen; das Unbegreifliche wäre ihm begreiflicher geworden, hätte er erlebt, was wir in den letztern Tagen gesehen, eine Völkerwanderung durch eine Handvoll Lammswolle erregt. Was ist es doch gewesen, das mehr als eine Million Menschen aller Stände und Lebensweisen, als sie auf ihren Lebenswegen ruhig dahingegangen, plötzlich ergriffen, und sie hinwendend zu einem und demselben Ziele, auf gemeinsamer Straße zu Demselben hingeführt? Die ungeheure geistige Wirkung muß eine ihr entsprechende und proportionirte geistige Ursache haben, und das Unzureichende im natürlichen Momente sich in einem Anderen höherer Ordnung stärken und kräftigen, soll sie irgend begreiflich werden. Wie daher am Kirchenbau das Aeußerliche nur als ein verschwindendes Kleinstes einem innerlichen Größten sich beigesellt, und nun Beide eingehen in die staunengebietende Wirkung; so wird auch hier das, in seiner engen Begränzung Unerhebliche der Umhüllung, sich ergänzen in der unwiderstehlichen Macht seines