Die Wachtel
Ich war etwa zehn Jahre alt, als mir passierte, was ich hier erzählen will. Es war Sommer. Ich weilte damals bei meinem Vater auf dem Maierhof des südlichen Russland. Rings um uns auf mehrere Werst Entfernung erstreckte sich die Steppe. Kein Baum, kein Bach in der ganzen Nachbarschaft. Niedrige, mit Buschwerk bedeckte Einsenkungen durchfurchten, grünen Schlangen gleich, hie und da die einförmige Fläche. Schwache Wasseradern sickerten auf dem Boden dieser Einsenkungen. An anderem Ort, beinahe auf der Höhe der Abhänge, gewahrte man kleine Quellen, deren Wasser so klar war wie die Thränen, und zu denen stark begangene Fußwege führten. Am Rande des Wassers, in der feuchten Erde kreuzten sich die Fußspuren der Vögel und der anderen kleinen Tiere. Sie sowohl wie die Menschen brauchen reines Wasser. Mein Vater war ein passionierter Jäger. Ließen ihm seine Arbeiten einen Augenblick Zeit, und war das Wetter schön, so nahm er sein Gewehr, hing die Jagdtasche um, pfiff seinem Hunde, dem alten Schatz, und ging auf die Wachtel- oder Rebhuhn-Jagd. Er verachtete die Hasen. Die, wie er mit spottenden Tone sagte, höchstens für die Sonntagsjäger gut seien. Neben den Schnepfen, die im Herbst kamen, war dies das ganze Wild, das es bei uns gab. Dafür gab es Wachteln und Rebhühner in Menge; besonders Rebhühner. Folgte man den Abhängen der Einsenkungen, so traf man jeden Augenblick dort, wo sie sich