Chapter

Die Wachspuppe des Trödlers

Als wir damals an jenem glutheißen Vormittag durch die Basarstraßen von Haidarabad, Residenz des Fürsten des gleichnamigen indischen Vasallenstaates, wanderten, ahnten wir beide nicht, daß dieser Spaziergang für uns unabsehbare Folgen haben würde. Eine Depesche eines der hiesigen Großkaufleute, der den poetischen Namen Ali Akba Mansur-Chatta führte, hatte uns hierher gerufen. Wir waren spät abends mit dem Zuge von Madras eingetroffen, hatten im Hotel d’Angleterre gut geschlafen und wollten uns jetzt den interessantesten Teil von Haidarabad, die Basare, ansehen, bevor wir Mansur-Chatta unsere Aufwartung machten. Harald Harst bog jetzt in ein ganz schmales Gäßchen ein. Er befindet sich ja zumeist auf der Jagd nach Raritäten, und diese trifft man gewöhnlich nur in kleineren Läden an, falls man sich eben nicht einen tadellos imitierten Gegenstand »made in Germany« anschmieren lassen will. Die Düfte in diesem Gäßchen waren alles andere als verlockend. Offenbar lag irgendwo in der Nähe eine Gerberei … Selbst Harst meinte jetzt, indem er rasch eine Mirakulum anzündete: »Donnerwetter — stinkt das hier!« Ich lachte … »Kehren wir um … Es stinkt fürchterlich …!« Wir wollten umkehren … Wollten … Da sagte Harst in gänzlich verändertem Tone: »Sieh nur, mein Alter … Da lehnt neben der Ladentür eines Trödlers eine Wachspuppe im Kostüm einer Pierrette …! Das ist eigentlich ulkig …! Das Ding

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