Chapter

Erster Theil

Ich könnte auch sagen, ich wollte meine dramatische Novelle bevorworten, damit sie der Leser, oder ein edles Publikum so entgegen nehmen, daß höchst es die Geschichte selbst um so annehmlicher oder verständlicher finden, und sein Vergnügen daran sich heraus stellen möchte. – Es formirt sich bei uns nach und nach wieder ein solcher Kanzleistyl, der einem künftigen Gottsched von neuem zu thun geben wird, um ein einfaches gesundes Deutsch daraus wieder herzurichten. Da diese Novelle zugleich ein Drama ist, so hätte ich wohl ein Personenverzeichniß, oder einen Komödienzettel, wie es Sitte ist, geben sollen. Sehr viele neuere Stücke setzen einen solchen so sehr voraus, daß der Leser oder Zuschauer, wenn er nicht immerdar nachsieht, aus den auftretenden Personen gar nicht klug wird, und ohne das unterrichtende Verzeichniß ihre Verhältnisse nicht erfährt. Dieses nothwendige Uebel haben wir für entbehrlich gehalten, weil hoffentlich in dieser schlichten sentimentalen Darstellung sich alles, was zum Verständniß gehört, von selbst entwickeln wird. Es war auch einmal Sitte, in dem Personenverzeichniß den Charakter und die Gemüthsart der Auftretenden kurz anzugeben, so wie das Alter, eben so auch die Kleidung obenhin anzudeuten. Diese rohe unbeholfene Anfänge einiger unserer früheren Dramatiker, wie schwach nehmen sie sich gegen das aus, was seitdem in aller europäischen Literatur

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