Die vier Fräulein von Waloff
Wir hatten die Jagd abbrechen müssen; die Hitze war so arg, daß sie allen Frohmut und alle Kräfte lähmte. Durchtränkt von Schweiß, mit ausgedörrten Kehlen nahmen wir im Sturm die Laube der erstbesten Straßenschenke, ließen uns auf die Bank fallen, dehnten die ermatteten Glieder und riefen nach Wein. So trüb der Wein und sauer er war – vor allem leerte jeder von uns ein derbes Glas bis auf den letzten Tropfen. Die Förster und bäuerlichen Jäger setzten sich zu uns. Die Meute, ausgepumpt und abgehetzt, suchte nicht erst nach Schatten, sondern in den prallsten Sonnenschein sank sie hin und bleckte flankenschlagend die schleimigen Zungen. Über ein Kleines kam angenehmste Erholung über uns. Obergespan v. Batoritsch verteilte den Mundvorrat aus dem Schnappsack, der Domherr schaffte irgendwoher Fleisch herbei, und der Richter hatte in einem versteckten Fach der Schenke ein paar Flaschen Sauerwasser aufgestöbert. Da war Hitze und Müh vergessen. Was scherten uns die vielen Fliegen noch, was Staub und Schwüle! Es hob die Stunde wohligen Schwatzes an, mündlicher Historiographie der eben erlebten Jagd, süße Faulheit des Sommertages. Behaglich blickten wir in die Landschaft, den Sonnenglast, der uns umspann – eine Welt von Licht. Wir mußten schmal die Augen schließen. Der Himmel ein einziges Blau – nur tief an der Kimmung zitterte violetter Dunst. Kein Lüftchen regte sich, kein Blatt, kein