Chapter

Erstes Kapitel

Auf der Sommerau bei Oberhofen im Schwarzwald schaute Margarita, die Magd des reichen Bauers, seit einigen Tagen öfter von der Arbeit weg auf die Landstraße hin, welche über die westliche Höhe jenseits ins ebnere Land hinunter führt. Wie sie hübsch, gesund und kräftig war, hatte auch ihr schönes, schwarzes Auge eine besondere Stärke, und sie konnte die ganze Stunde weit, da wo die Straße durch die Waldlücke auf die Hochebene steigt, nicht nur einen Wagen heraufkommen sehen und sagen, mit wie viel Pferden er bespannt sei, sie gab auch die Zahl der in den Einschnitt des Waldes tretenden Wanderer an und fast auf eine halbe Stunde weit unterschied sie die einzelnen Bekannten. Vom Felde und Brunnen, aus dem Stall, der Scheune und Küche schaute sie so seit einigen Tagen zumal am Abend auf die Landstraße hin, und da es gerade Vollmond war, dann noch lange aus ihrer Kammer, deren Fenster gen Abend sah über die flacheren Hügel und die breiten Felder und hinter diesen zur westlichen Waldhöhe und deren Landstraße. Aber wie sie da aus ihrem Fenster zwischen Rosmarin und Blumen in die helle Nacht hinausschaute, die Sterne höher stiegen und der Mond endlich über dem Walde unterging und die Straße daher nicht kam, wonach sie sich sehnte, dann seufzte sie wieder, ihr Auge wurde naß und sie sagte: »Soll es denn so sein, so stärke du mich, himmlischer Vater, daß ich nicht wider dich murre; laß

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