Chapter

Die Verlobung

Ich habe lange auf Dich gewartet, rief der junge Ferdinand seinem Freunde entgegen. Du weißt ja, erwiederte jener, daß es unmöglich ist, sich schnell von dem wohlbeleibten Barone loszureißen, wenn er Fragmente aus seiner Lebensgeschichte vorträgt. Wärst Du Offizier, wie ich, antwortete Ferdinand, so würdest Du es dennoch möglich gefunden haben, pünktlich zu seyn; dies wenigstens lernt man im Dienst. Sie sind alle schon auf dem Spaziergange dort versammelt, laß uns eilen, daß ich Dich der verehrten Familie vorstellen kann. Die jungen Freunde bogen um die Felsenecke, und erfreuten sich des klaren Anblickes am rauschenden Strome, der Wäldern und Bergen leuchtend vorüber zog. Der Frühling war in diesem Jahre vorzüglich üppig erschienen. Wie wohl wird es dem Arbeiter, sagte Alfred, an einem solchen Tage die Stadt und die geistlosen Geschäfte hinter sich zu haben, um nach langer Anstrengung und Entbehrung diesen Segen der Natur zu fühlen und ihre heilige Stimme zu vernehmen! Und wie dankbar bin ich Dir, mein theurer Freund, daß Du mich in den Kreis der besten, der edelsten Menschen einführen willst. Denn wie wir uns auch zu bilden streben, wie ernsthaft wir studiren, einsammeln, und unser Herz und Gemüth erweitern wollen, so ist es doch der Umgang mit echten Menschen, der alles dies todte Wirken und unbeholfene Kämpfen erst belebt, und den Besitz in ein wahrhaftes Gut verwandelt. Den

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