Erster Teil. Die Alten dürsten!
Das Jahr 1935 war reich an seltsamen Ereignissen. Um diese Zeit war ich nahe an die Dreißig, das heißt in dem Alter, in dem man noch nicht reif und vollgepfropft ist mit Erfahrung, aber dennoch die Grenze dieser Jugend überschritten hat, von der Bossuet behauptet, sie wäre vermessen und unbedacht, während ein anderer Weiser meint, sie wäre das Fieber des Verstandes. Ich halte es nicht für nützlich, Sie ausführlich über meine bescheidene Person zu unterrichten und diese wunderliche Erzählung schwerfällig zu gestalten durch einen Überfluß an müßigen Einzelheiten, die meine Vorfahren betreffen, meine erblichen Belastungen, meine physiologischen Besonderheiten, meine Fähigkeiten und Begabungen, etwa so, wie es in den Romanen des Herrn Honoré de Balzac und einiger seiner bläßlichen Nachahmer geschieht. Im übrigen wäre dies von einer bewundernswerten Banalität. Ein Vater, der sich im Akkord zu Tode abrackerte, in einem Jahrhundert, da man arbeiten mußte, um zu leben, und nicht leben, um zu arbeiten. Der berühmte Krieg, genannt »Der Krieg der Gerechtigkeit und der Zivilisation«, welcher den Unglücklichen, dem ich meine Tage verdanke, vollends zugrunde richtete. Dann die Schule, das Alumnat, die Examina, dieses ganze mühselige, mittelmäßige Leben ohne Freude, ohne Licht. Ich gehe darüber hinweg. Es mag genügen, anzuführen, daß ich, mit einem Titel bewaffnet, den man damals Doktor der