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Die Verheerung Westindiens

Die Verheerung Westindiens. Beschrieben vom Bischof Bartolomäus de las Casas. Aus dem Spanischen übersetzt von D. W. Andreä. Berlin, 1790 bey Christian Friedrich Himburg. Indien ward im Jahr Ein tausend vierhundert und zwei und neunzig entdeckt. Im folgenden Jahre bauten sich bereits Spanische Christen darin an, so daß nunmehr seit neun und vierzig Jahren sich eine Menge Spanier daselbst befinden. Die Gegend wo sie zuerst sich niederließen, war die große herrliche Insel Hispaniola[1], die gegen sechshundert Meilen im Umkreis enthält. Rings um sie her liegen überall noch andere sehr große Inseln, die sämtlich – denn wir haben sie alle besehen – so bewohnt, so stark mit eingebohrnen Indianern besetzt waren, als das volkreichste Land in der Welt. Das feste Land welches dieser Insel am nächsten liegt, ist ungefähr zweihundert und funfzig Meilen von derselben entfernt, und erstreckt sich auf zehntausend Meilen längs der Seeküste hin. So viel hat man nur erst entdeckt; aber täglich entdeckt man desselben noch mehr. In denjenigen Gegenden, die bis zum Jahr ein tausend fünfhundert und ein und vierzig bekannt geworden sind, wimmelte es von lebendigen Geschöpfen, wie in einem Bienenstock. Es schien nicht anders, als habe Gott die ganze Masse, oder doch wenigstens den größten Theil des Menschengeschlechtes, in diesen Erdstrich verpflanzt. Alle diese unzähligen Menschen von verschiedenem

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