Chapter

Die verbotene Frucht

Sie saßen vor dem berühmten Fischrestaurant von Basso-Brégaillon am Kai von Marseille in dem rot und weiß gestreiften Zelt, an dem das tolle, bunte, aufgeregte Treiben der Hauptgeschäftsstunden eines sonnigen Februartages vorüberwirbelte: schreiende Händler und Zeitungsjungen, lebhaft verhandelnde Börsenleute, hochbeladen zu den Stapelplätzen schwankende Lastwagen, fauchende Autos, Trupps von Hafenarbeitern, Radfahrer, Neger, Matrosen, Touristen, Stiefelputzer, Bettler, Straßensänger, spielende Kinder, bellende Hunde. Ein frischer, kräftiger Seegeruch lag in der Luft. Auf schmalen Schaubänken zwischen dem mit Töpfen von Alpenveilchen besetzten Geländer des Restaurationszeltes und dem Bürgersteig waren die appetitreizenden Schaltiere ausgebreitet, Austern in tangbeschwerten, triefenden Körben, Muscheln aller Art, Riesenhummern und Langusten. Die weißbeschürzten Aufwärter brachten den Gästen die ›Früchte des Meeres‹ gleich von der Straße, verlockend angerichtet mit Grünzeug und Zitrone. Alle Tische waren besetzt. Zumeist von laut redenden und schmatzend essenden Herren der wohlhabenderen Geschäftswelt von Marseille. Die wenigen Damen, die das Frühstück hier nahmen, schienen fremd. Wenigstens vermutete das Jutta. Sie hatte Augen für alles, und in ihrer lebhaften Weise machte sie ihren Gatten immer wieder auf dies und das aufmerksam. Das war für sie hier ein großes Theater mit

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