Einleitung von Emil Ludwig
Dies ist das letzte Buch, das Herman Bang den Dänen und der Welt geschenkt hat. Dahin ist seine umschimmerte Schönheit, die edle Hand, die all dies niederschrieb, erloschen der Blick, voll von jener unergründlich tiefen Schwermut. Das Echo, das dies Buch erweckt, vermag sein Dichter nicht mehr zu vernehmen. Vaterlandslos, obwohl mit heißem Dank und Wunsch ein Däne, hat er die Bahn des Wanderers vollendet, die das Geschick ihm zubereitet hatte. Im Begriff, die Welt rund zu umfahren, ist er, gleich im Beginn, zwischen Atlantik und Pazifik im Zuge zusammengebrochen. In mehr als einem Punkte ist dies Buch merkwürdig zur Deutung dieses Dichterweges. Es bildet den letzten Ausdruck seiner wundersamen Persönlichkeit. Bang war im Grunde nicht Schriftsteller, er war Dichter. Die Lust zu fabulieren belebte ihn nicht, ihn feuerte kein Dämon an zu erfinden, Figuren zu schieben, zu verwirren und zu entwirren. Was seine Bücher an Handlung enthalten, ist gering und häufig wie hinzuerfunden. Von seinem ersten Buch zu diesem letzten führen zwei Linien: die eine abwärts, das ist die Linie der Handlung, der interessanten Begebenheiten, der Bewegung; die andere aufwärts: das ist die musikalische Linie. Darum hat sich der Kreis seiner Leser und Verehrer seit dem ersten Aufsehen erregenden Buch mehr vertieft als erweitert. Mehr und mehr wurden seine Romane Dokumente eines Gestalters, nicht eines