Der Pan der Einöden
Verbrannt war es und braun, bestreut mit Steinbrocken, großen und kleinen, als habe man, nachdem die Welt geschaffen war, den Abfall hier achtlos beiseite geworfen. Ein rasch vorbeiziehender Regenschauer peitschte die Häupter der granitnen Berge, und die tiefstehende Morgensonne tauchte die nassen Bergwände in flammendes Licht. Aber nach kurzer Zeit hatten die Berge allen Glanz verloren und ihr düsteres Braun wieder angelegt. Die Feuchtigkeit verdunstete rasch. Die Sonne stieg höher und blickte drohend über die Wildnis hin, als suche sie nach dem letzten bißchen Leben, das ihrem Feuerhauch entronnen sein konnte. Hinter einem dieser Bergrücken tönte ein Pfeifen. War es der Wind? Aber es regte sich kein Lüftchen. Es war ein Ton, der in die Umgebung paßte; er schien weder dem Himmel noch der Erde anzugehören. War vielleicht Pan, der große Gott der Hirten, auf die Erde zurückgekommen, um die starren Felsen, die noch keines Menschen Mund getauft hatte, mit den wilden und süßen Tönen seiner Flöte zu bezaubern? Der Ton wurde zu lose aneinanderhängenden, musikalischen Sätzen; sie hätten die überschäumenden Improvisationen sein können, die ein Meister der Geige seinem Instrument entlockte. Ein mächtiger Wolf oder ein Hund, der den gewaltigen Wuchs und das rauhe Fell eines Wolfes besaß, trabte um die Bergecke. Er stutzte, hob die Pfote, und die lange rote Zunge schnellte aus dem Rachen.