Chapter

Vorspiel. Der Ausgestoßene

Den Reisenden, der sich zum erstenmal nach den südlicheren Theilen Amerikas einschifft, befällt unwillkürlich ein Gefühl unerklärlicher Trauer. In Wirklichkeit ist auch die Geschichte der neuen Welt eine beklagenswerthe Märtyrergeschichte, in welcher unablässig Fanatismus und Habgier Hand in Hand gehen. Das Suchen nach Gold gab die Veranlassung zur Entdeckung von Amerika, und der glückliche Erfolg wandelte das neue Land zu einem Stapelplatz um, nach welchem habsüchtige Abenteurer mit dem Dolch in der einen und dem Kreuz in der andern Hand kamen, um Haufen des so heiß ersehnten Metalls zu sammeln, dann aber wieder in die Heimath zurückzukehren, wo sie den gewonnenen Reichthum zur Schau stellten und durch ihren zügellosen Luxus zu neuen Wanderzügen anreizten. Diesem unsteten Zustande ist es zuzuschreiben, daß man in Amerika nichts von jenen großartigen Denkmälern, sozusagen den Grundmauern jeder Colonie findet, die sich in einem neuen Lande fortpflanzen will. Wenn man jenen ungeheuren Continent, der sich dreihundert Jahre hindurch im friedlichen Besitz der Spanier befunden hat, heute durchwandert, so trifft man kaum da und dort irgend eine namenlose Ruine, während die Monumente, welche vielleicht Jahrhunderte vor seiner Entdeckung durch die Azteken und die Inkas errichtet wurden, noch immer in ihrer majestätischen Einfachheit dastehen, um Zeugniß abzulegen von dem früheren

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