Chapter

Erster Teil, I.

Jaime Febrer erhob sich um neun Uhr morgens. Madó Antonia, Auf Mallorca gebräuchliche Abkürzung für Madonna die alte Dienerin des Hauses, die ihn seit seiner Geburt kannte, bewegte sich schon längere Zeit in dem Schlafzimmer hin und her, ohne daß ihn das Geräusch geweckt hätte. Endlich öffnete sie die wurmstichigen Fensterläden, um das volle Tageslicht hereinzulassen. Sie wartete noch eine kleine Weile und zog dann die roten, mit Goldborten eingefaßten Damastvorhänge auseinander, die wie eine Art Zelt das ungeheure Bett umgaben. In diesem majestätischen Prunkbette hatten viele Generationen der Febrer das Licht der Welt erblickt, Nachkommen gezeugt und waren in ihm gestorben. Als Jaime am Abend vorher vom Kasino zurückkehrte, hatte er Madó Antonia dringend aufgetragen, ihn frühzeitig zu wecken, da er nach Valldemosa fahren wollte. Es war ein wunderbarer Frühlingsmorgen. Auf den blühenden Zweigen im Garten, die eine vom nahen Meere kommende Brise leicht bewegte, zwitscherten die Vögel im Chor. Als die Dienerin sah, daß ihr Herr sich endlich entschlossen hatte, das Bett zu verlassen, ging sie zur Küche. Jaime Febrer fing an, vor dem offenen, durch eine schlanke Säule geteilten Fenster auf und ab zu wandern. Er hatte lange wach gelegen, unruhig und nervös beim Gedanken an die Bedeutung des Schrittes, den er am nächsten Morgen unternehmen wollte. Sein Schlaf war zu kurz gewesen, so

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