Die tote Karawane - 1. Die Schicksalsstunde
»Ich warne Sie, Mr. Jefferson,« sagte Harald mit großem Nachdruck zu dem hageren Herrn, der uns an einem Oktobervormittag im Hotel Atlantic in Aden besucht hatte. »Ich warne Sie!« wiederholte er nochmals. »Sie werden Ihre Wißbegierde, falls es eben nicht bloße Abenteuersucht ist, bitter bereuen. Ich betone: ich weiß nicht, wo Sie in dem weit ausgedehnten Gebirgszug des Djebel Menakib jenes Tal zu suchen haben, in dem der Stamm der Arakruzier wohnt.« Oberst a. D. Percy Jefferson, ein recht sympathischer Mann Anfang der vierziger, machte eine ärgerliche Handbewegung. »Dann reite ich eben ohne Sie, Mr. Harst. Meinen Plan gebe ich nicht auf. Ich bin reich, unabhängig und an Strapazen gewöhnt, habe nichts zu tun und will — berühmt werden. Das kann ich am besten, wenn ich dem bisher sagenhaften Volke —« Harald unterbrach ihn. »Mr. Jefferson, entschuldigen Sie, daß ich Ihnen ins Wort falle. Haben Sie schon anderen gegenüber von Ihrer Absicht gesprochen, eine Expedition nach dem Djebel Menakib zu unternehmen?« »Hm — diese Frage hätte doch noch Zeit gehabt,« meinte der Oberst ehrlich. »Wie kommen Sie jetzt gerade darauf, wo wir uns erst im Anfangsstadium der Unterhandlungen befinden?!« »Ich komme darauf, weil — aber bitte, schauen Sie nicht über das Balkongitter hinweg! — weil da unten auf der Straße dem Hotel gegenüber in den Anlagen zwei Leute stehen und heimlich zu unserem Balkon