Chapter

In welchem der fremde Herr die Bekanntschaft des alten Hinrichs macht, der Leser...

Der Personenzug von Berlin hielt prustend und kreischend vor dem kleinen Bahnhofsgebäude des Haltepunktes Mellenthin an. Da das Wetter so heiter war, hatte sich der Stationsvorsteher seine neue rote Mütze aufgesetzt – sobald nämlich eine Wolke am Himmel stand, pflegte der Vorsichtige zu der älteren Garnitur zu greifen; hatte er aber die neue auf, so gab sich der ganze Mann einen Ruck ins Strenge, Wichtige hinein, reckte sich, nahm die Schultern zurück und zwirbelte den blonden Schnurrbart kecker auf. In stolzer Ruhe und mit einem wahren Feldherrnblick, als wenn er eine Parade abnähme, ließ er den Zug an sich vorbeilaufen, bis er zum Stillstand kam. Ein paar Bauernweiber mit Marktkiepen schoben sich langsam und plump aus der vierten Klasse heraus, und einem Abteil zweiter Klasse entstieg ein einzelner Herr. Das war alles für Mellenthin. Der Stationsvorsteher wechselte einige leutselige Worte mit dem Zugführer und gab dann mit herablassendem Gruße die Erlaubnis zur Abfahrt. Drei Glockenschläge, und polternd, wegmüde und faul setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Der einsame Reisende zweiter Klasse stand, ein leichtes Köfferchen in der Hand, auf dem Bahnhofssteig und sah sich, die kühne Adlernase etwas hochgehoben, durch seinen goldnen Kneifer, den er ohne Schnur trug, rings um, als ob er jemanden suche. Da er aber außer dem Inspektor, dem Packmeister und einem Bahnwärter

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