Chapter

Erstes Buch

Die Kinder gingen auf dem kiesbestreuten Gartenweg hin. Sie traten fest auf und schritten wacker aus. Dabei kauten sie mit Hingebung an ihrem Butterbrot, dem zweiten Frühstück. Der Knabe trug noch Kniehosen; das Mädchen steckte in einem leinenen Schürzenkleid, das bis an die Knöchel reichte. »Was wollen wir tun?« fragte Horst. »Wozu haben wir heute Lust?« »Ich bin zuerst für die Mutübungen,« antwortete Hilma. »Welche?« »Von den Mauern springen.« »Gut. Ich bin dafür: wir fangen bei der Mauer am Gewächshaus an und hören mit der Gemüsegartenmauer auf, weil die doch die höchste ist.« »Ja, das wollen wir.« Als der letzte Bissen Butterbrot verschwunden war, ließen die beiden wie auf Kommando von Weg und gesetzter Gangart ab und rasten über Wiesengrund und durch Gebüsch. Der Park war rings umschlossen von einer alten Steinmauer, welche die welligen Unebenheiten des Bodens bald mehr, bald minder hoch überragte. Von den Gartenhügeln aus wurde sie mit Leichtigkeit erklettert. Dann ging man auf den breiten, bemoosten und rissigen Sandsteinplatten, die sie deckten, bis zu den schwierigen Stellen, und stürzte sich in Abgründe, unbekümmert, ob weiche Gartenerde unten lag oder harter Kiesweg. Das Schöne bei dieser Übung war, daß man ein Gefühl der Furcht, ein leises Gruseln zu überwinden hatte. An den schlimmsten Stellen stachelte man den Mut durch bestimmte Worte an. »Hab ich denn den Mut

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