Nach Osten Gehen
Im Frühling, als die erste Wärme in die Küche kroch und unter dem Apfelbaum die Schneeglöckchen aufgingen, fing Saskia an zu planen.
Sie sagte es ihrer Mutter. Ihre Mutter hatte von der Karte gewusst; ihr Vater hatte es ihr am Ende erzählt. Ihre Mutter sagte: „Ich werde nicht versuchen, dich aufzuhalten. Aber du kommst zurück."
„Ich komme zurück", sagte Saskia.
Sie packte einen kleinen Beutel. Brot. Käse. Eine Wasserflasche. Den blauen Mantel ihres Vaters. Die Stifte ihres Vaters. Die Karte.
Sie ging an einem Morgen nach Osten, an dem die Wälder voller Vögel waren und der Pfad nass, aber fest war.
Die Karte füllte sich, während sie ging. Anfangs sah Saskia sie nach jeden paar Schritten an. Bis Mittag vertraute sie ihr. Die Karte zeichnete den Pfad, den sie ging. Sie zeichnete die kleine Brücke, die sie überquerte. Sie zeichnete mit großer Feinheit die Steine, auf denen sie zu Mittag saß.
Hinter den Wäldern begann die Karte, Orte zu zeichnen, die Saskia nie gesehen hatte. Ein langes Tal mit einem Kreidepfad an seinem Rand. Ein Dorf, das sie nicht kannte, mit einem kleinen Gasthof in der Mitte. Eine große alte Eiche, allein auf einer Wiese.
Die Karte zeichnete nicht nur, wohin Saskia ging. Sie zeichnete, wohin sie unterwegs war.
Saskia ging drei Tage. Sie schlief im Gasthof — der Wirt nahm als Bezahlung eine kleine Zeichnung an, die sie von seiner Katze machte. (Die
