Chapter

Prolog

Dramatische Dichtung Zuerst erschienen: 1939. Motto: Eins ist sicher: daß der Mensch einer Ergänzung der Wirklichkeit durch eine von ihm selbst geschaffene Idealwelt bedarf und daß die edelsten und höchsten Funktionen seines Geistes in solchen Schöpfungen zusammenwirken. Friedrich Albert Lange Zwei Herrscherpaare sind in Freundschaft eins das von Andorra und das von Foix. – Die Herzogin Heurodis von Andorra schenkt ihrem Gatten Zwillinge: zwei Knaben. Herolde künden es dem Hof von Foix mit schmetternden Fanfaren und gefolgt von Rittern auf Araberrossen, starrend in Hermelin und Purpur. Vom Altan hernieder blickt das Herrscherpaar von Foix. Doch Neid ergreift die Herzogin Ermlind auf ihrer Freundin Glück, und sie erblaßt. Bevor ihr guter Geist es hindern konnte, entglitten laut und hämisch ihr die Worte: ein Weib, das Zwillinge gebäre, war dem Gatten untreu. Ach, die bittre Folge des unbedachten Wortes ist die Feindschaft der beiden Höfe und zuletzt der Krieg. Der Himmel aber fügt es, daß Ermlind, die ihre einstige Freundin so geschmähet, nun ihrerseits gebiert und Zwillinge zur Welt bringt wie Heurodis: zwei Mägdlein. Und der bittre Vorwurf, den sie einst geschleudert, fällt auf sie zurück: so unterschlägt sie eines ihrer Kinder und setzt es aus. Nun weiß die Welt nur dies: Ermlind gebar ein Mägdlein. – Dunkel ist, wie das verstoßene, ausgesetzte Kind in das Bereich des Hofes

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