Chapter

Erster Auftritt.

(Werners Zimmer.) Werner. Ehlert in Stiefeln, Rock und Ueberrock, mit einem langen Stock mit seidenem Bande. Werner. Und wie lebst Du? – Mich freut es, nur endlich Dich einmal wiederzusehn! – Du hast Dich in den paar Jahren recht verändert! Ehlert. Das Amt, das man bekömmt, der Verstand, der einem zuwächst, können den Menschen zu einem ganz andern Geschöpfe machen. Werner. Und Du bist zufrieden? glücklich? Ehlert. So sehr man es nur sein kann. Werner. Ich habe in manchen Stunden eine recht innige Sehnsucht gehabt, Dich wiederzusehn, Dich wieder so vor mir zu haben, – und nun ist es mir endlich so gut geworden. Du mußt mich auch darum nicht so schnell wieder verlassen. Ehlert. Je nun, einige Tage bliebe ich wohl hier, aber dann muß ich weiter reisen. – Mit Erlaubniß – Er legt Stock und Hut ab, und zieht den Ueberrock aus. Sieh, der Mensch hat gewöhnlich seine Absichten, wenn er reist, so auch ich. Ich komme nachher wieder über Berlin zurück, und habe denn die Ehre, Dir zugleich meine junge Frau vorzustellen. Werner. Ei, ei! und davon habe ich sogar nichts gewußt? Ehlert. Ich wollt's Dir immer schreiben, und dann ward es mir wieder leid. In einem Briefe hab' ich's Dir doch zu verstehn gegeben; ich habe gern manches mit mir selber geheim; aber ich konnt's doch nicht lassen. Werner. War das etwa der Brief mit den vielen juristischen Floskeln? Ehlert. Ganz recht, eben der; ich

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