Erster Teil
»Fünfzig Araber trinken einen Kaffee,« sagte der Schankwirt und drohte fluchend einer Schar burnusbekleideter Gäste, die sich rings um sein Lokal lagern wollten. »R–r–r––emchi! Seht ihr nicht, daß ich europäische Gäste habe? R–r–r––emchi! Berra.« Dieser Ausruf war ausgesprochen unhöflich. Es ist der Schrei, mit dem die arabischen Eselstreiber, allerdings vergeblich, ihre Tiere anzufeuern versuchen. Aber die burnusbekleideten Kaffeehausgäste nahmen ihn ohne Erbitterung auf. Mit unerschütterlicher Würde, stumm, in schmutzigweiße Stoffalten gehüllt, die Arme über die Brust gekreuzt, verschwanden sie durch das Gras; sie glichen alttestamentarischen in Gesichte versunkenen Propheten. Der Gedanke, daß diese Gesichte nicht nur durch Koffeinvergiftung hervorgerufen waren, ließ nicht ab, an dem Gehirn des Schankwirts zu nagen. In seinem harten Kolonialfranzösisch versicherte er noch einmal seinen drei europäischen Gästen: » Cingcangt arabes – ça boit ung café! Ung Café!« Sein Gesicht war von Haß verzerrt. »Und hierher kommt nie wer anderer als Araber!« Dem, der die Minimalanzahl der Tassen Kaffee, die verkauft werden mußten, wenn das Geschäft sich rentieren sollte, mit fünfzig multiplizierte, erschien seine Empörung ebenso berechtigt, wie seine Zukunftsaussichten düster. Ringsumher breitete die Einöde ihre unendliche Größe und Leere in die Mittagssonne aus. Meilenlange Dünungen von