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Die tausendundzweite Erzählung der Scheherazade

Wahrheit ist seltsamer als Dichtung (Alte Redensart)Jüngst geriet mir, bei zufälligem Studium der orientalischen Literatur, ein bemerkenswertes Buch in die Hand, das ›Sagmirnun Istssoodernicht‹, das nach meinem Wissen noch nie zitiert wurde und überhaupt ziemlich unbekannt ist. Kaum hatte ich einige Seiten in dem merkwürdigen Werke gelesen, da mußte ich mit Erstaunen erkennen, daß die literarische Welt über das Schicksal der Scheherazade bis jetzt in einem Irrtum befangen gewesen. Denn die Erzählung, die uns ›Tausend und eine Nacht‹ gibt, ist, wenn nicht direkt falsch, soweit sie überhaupt geht, doch keinesfalls so vollständig, wie es wünschenswert wäre.Will sich nun jemand über diesen interessanten Punkt genau unterrichten, so verweise Ich ihn hiermit auf ›Istssoodernicht‹ und gestatte mir mittlerweile einen allgemeinen Umriß meiner Entdeckung zu geben.Die bekannte Lesart der Geschichten lautet, wie jeder weiß, daß ein gewisser Monarch, der alle Ursache hatte, auf seine Frau Königin eifersüchtig zu sein, dieselbe nicht nur erdrosseln ließ, sondern auch bei seinem Barte und dem Propheten schwor, jede Nacht das schönste Mädchen seines Reiches zur Gattin zu nehmen und am folgenden Morgen in die Hände des Henkers zu geben.Nachdem er nun viele Jahre hindurch dies Gelübde buchstäblich und mit einer fast ritualen Pünktlichkeit erfüllt hatte, die seine Gottseligkeit in hellstem Lichte

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