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Die Taubenzüchter - 1. Kapitel

Dort, wo die Waldpromenade des Ostseebades Kranz nach Osten zu, von alten Birken eingefaßt, neben der Fahrstraße nach Kranzbeck zum Kurischen Haff hinläuft, zieht sich rechts von dieser Straße und Promenade ein weites mooriges Gelände hin, in dessen undurchdringlichen Dickungen noch der Elch haust und zuweilen bei seinen Wanderungen auch bis an die Straße vordringt, harmlose Spaziergänger erschreckt und doch in stolzer Ruhe niemals irgendwie von ihnen Notiz nimmt. Ein Teil dieses Moores, durch das nur wenige Wege und Pfade laufen, die stellenweise unter Wasser stehen, heißt im Volksmunde das Totenmoor. Einer alten Sage nach sollen hier einmal die Ordensritter eine kleine Feste erbaut haben, die dann eines Nachts von den heidnischen Preußen gestürmt worden sei. Die Besatzung aber, so berichtet die Sage weiter, wurde von den Siegern in einem großen Moorloche versenkt. — Von diesem Totenmoor handelte auch der Brief, den Harald Harst an einem heißen Julitage von dem Besitzer des dem Moor benachbarten Gutes Ludau erhielt. Nachdem Harald den Brief langsam gelesen, Umschlag, Briefmarke und Poststempel nach seiner Gewohnheit gründlich geprüft hatte, reichte er ihn mir über den Tisch hin und meinte: »Wenn die Angaben stimmen, scheint es sich in der Tat um eine recht merkwürdige Angelegenheit zu handeln …« Wir saßen auf der Veranda des Harstschen Familienhauses, hatten soeben

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