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An einem warmen Augustabend der Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts lustwandelte der alte Justizrat Märchenschön mit seinem jungen Kollegen und Kompagnon Leonhardi an dem Strandbogen, der in anmutiger Überschneidung sich von Zoppot nach der bewaldeten Landspitze Adlershorst herumzieht. Die beiden Männer hatten sich eigentlich nur ein Stückchen von Kurhaus und Steg entfernen wollen, wo das letzte Badefest der Saison bunte Menschenscharen dichtgedrängt beisammenhielt. Aber wie sie schweigend nebeneinander fortschlenderten und die Walzerweisen der Kurkapelle immer ferner verklingen hörten, schien es, als wolle der schmeichelnde Sommerabend, der apfelsinenfarben über Wald und Meer hingegossen lag, sie tiefer und tiefer in seinen lichten Frieden locken. »Wissen Sie, woran mich der Abend heute und überhaupt dieser ganze wolkenlose Sommer erinnern?« fragte Märchenschön mit eins in das Schweigen hinein. Leonhardi schüttelte mechanisch den Kopf. Er wäre am liebsten so fortgegangen, getragen von der lässigen Melodie halb oder kaum gewußter Gedanken, wozu der Rhythmus der leise atmenden See die Begleitung gab. Aber er wußte, daß Märchenschön keine Unaufmerksamkeit duldete, wenn er einmal ins Reden gekommen war. Also wandte er sich resigniert zu dem kleinen spitzbäuchigen Herrn, der mit seinem vorspringenden Vogelkopf unter dem schwarzen Schlapphut und dem aus Nase, Ohren und Kinn