Die Tanzdiele
Rhythmische Klänge gedämpfter Geigenmusik und die dumpf hämmernden Töne eines Klaviers durchdringen, vom Hintergrunde her sich durch die dicke Luft wälzend, den Tanzraum der Diele am Kurfürstendamm. Den ganzen Tag bis zum späten Nachmittag ist das Kaffeehaus fast menschenleer. Nur ein Unkundiger verirrt sich hier gelegentlich und vorübergehend, um in aller Eile einen Imbiß oder ein Getränk zu genießen. In der Konditorei, dem Vorderraum des Lokals, sind die Stühle beinahe bis zur Mittagsstunde auf die Tische gestellt, um die Säuberung, die auch erst am späten Morgen beginnt, besser und schneller erledigen zu können. Die einzige weibliche Person, die außer der Reinemachefrau hier um diese Zeit anzutreffen ist und sich zumeist mit dem Putzen der metallenen Zierate des Büfetts beschäftigt, versieht auch zugleich, falls erforderlich, den Dienst einer Kellnerin, ohne dem seltenen Vormittagsgast besonders liebenswürdig zu begegnen. Der anschließende Tanzraum, den man eigentlich als Diele bezeichnet, ein geräumiger Saal, macht trotz seiner mit viel Absicht und wenig Geschmack herausgeputzten Inneneinrichtung einen öden und verträumten Eindruck. Die Stühle und Tische an den Wänden wirken wie in Reih und Glied aufgestellte Attrappen, und an den hohen Fenstern, die langen seidenen Vorhänge, die auf dem Parkettboden schleppen, scheinen im Schlaf herabstürzen zu wollen, um den ganzen, im