Der Mann mit der Krimmermütze
Der Mann mit der Krimmermütze. Harst gähnte herzhaft, drückte seinen Zigarettenrest in der Aschenschale aus und blinzelte müde nach der reich geschnitzten, hohen, altertümlichen Uhr in der Ecke des Herrenzimmers hinüber. Müde … Und dabei war bei uns seit acht Tagen mächtige Flaute. Wir hatten überhaupt nichts zu tun. Kein Klient erschien. Nichts geschah. Absolut nichts. Diese warmen Märztage schienen die Herren Verbrecher frühlingsmäßig zahm gemacht zu haben. Gähnen steckt an. Harst hatte gegähnt, ich gähnte noch mehr, und aus Langeweile schaute auch ich nach der Standuhr hinüber. Der Pendel mit der großen Kupferscheibe, deren Gravierungen Bilder aus der englischen Geschichte zeigten, schwang drohend gleichmäßig hin und her. Die schweren Gewichte hingen bereits unterhalb des Randes des Holzunterteiles und waren unsichtbar, die Zeiger deckten sich genau und standen auf zwölf. Plötzlich schnellte Harst da aus dem tiefen Saffiansessel mit einem wahren Panthersatz vorwärts, riß die Glastür der alten Uhr auf und hielt den Pendel an. Ich war im Moment so munter wie nie. »Was gibt’s?!« »Nichts — nichts mehr, mein lieber Alter. Aber es hätte beinahe etwas gegeben. Die Schurken, die hier in aller Stille diesen dünnen Kupferdraht an dem Gewicht des Schlagwerks befestigt haben, rechneten nicht mit unserem Kronleuchter … Gesegnet sei das elektrische Licht! — Nun hilf mir mal … Wollen die