I.
I. Es war ein wilder, sorgloser Hof, an den George Lord Deverill, Herr von Deverill Castle und eines fürstlichen Einkommens, kurz nach der Wiedereinsegung der Stuarts, seine schöne junge Frau brachte. Sie war eine Art wilder Rose, nicht ganz zwanzig Jahre alt und fast dreißig Jahre jünger als ihr Gatte. Der ganze Hof verliebte sich auf den ersten Blick in Lady Deverill. Selbst die Frauen waren von ihrer Schönheit entzückt, die kaum einen gefährlichen Charakter an sich trug. Das arme Kind war zu schüchtern, als daß es jemals eine Nebenbuhlerin dieser kecken Damen werden konnte. »Arme kleine Waldblume«, sagten die Hofschranzen, »sie scheint durch die Bürde ihrer Größe als Lady Deverill förmlich erdrückt zu werden. Sie hätte einen Landpfarrer heirathen und ihre Tage in der Atmosphäre der Milchkammer und des frisch gemähten Heues zubringen sollen. Sie taugt ebensowenig für unsere Welt, als ein Stern unter die Lampen von Whitehall paßt.« »Und wer war dieses schöne junge Wesen und woher kam es?« fragten neugierig die Hofleute. Ihre Fragen wurden bald beantwortet. Sie war das einzige Kind von Sir Talbot Treherne, einem Cornischen Baronet von ruiniertem Vermögen, der einige Jahre vorher in einem düstern alten Hause zwischen den öden Sandhügeln dieser fernen westlichen Küste gestorben war. »Ein treuer Anhänger des Königs, aber ein schlimmer Mensch,« sagten Diejenigen, die ihn kannten.