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Die stummen Dinge

Gedichte Krystall-Verlag Wien Meiner Heimaterde dem Böhmerwald Soviel ist stumm und wartet lang, ob einer nicht vorüberkäme, der den verborgenen Gesang der Dinge in der Nacht vernähme, der Stimmen hörte und das Raunen der Stummgeborenen, den Chor der Schweigenden und nähm' ihn in die Hände und trüg' ihn durch das irdische Gelände und höbe ihn durch Lächeln und Erstaunen und Achselzucken bis ans Wolkentor. Und spräche so: »Du großer Meister, sie haben lange sich gekränkt, dass in der Harmonie der Geister kein Wohllaut ihnen ward geschenkt. Ich bringe dir der Wälder Psalmen, den heimlichen Gesang des Steins, Musik von Blüten, Ähren, Halmen, das Lied der Stadt im Schornsteinqualmen und jedes solche Lied ist meins. Sie alle leg' ich dir zu Füßen, dem nichts zu klein ist und gering; mit meinem Mund soll jedes Ding den Meister aller Dinge grüßen.« So steht gar vieles still und wartet nur, ob einer nicht des Wegs vorüberginge und fände in der Tiefe der Natur verborgner Seelen leise Lebensspur und sänge Lust und Leid der Kreatur im Namen aller stummgebornen Dinge. In meiner Häuser dumpfen, lichtlosen Höhlen verdorren, ersticken, verkümmern die werdenden Seelen. In meiner Straßen weit gesponnenem Bann ist nichts, wo ein Kinderherz festwurzeln kann. Da wächst ein Geschlecht, vorzeitig erschöpft und matt, das Steine für Blumen und Schlote für Wälder hat. Es lebt seiner Kindheit seligen

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