Chapter

Die Steingruberischen

Zu Wälschnoven im Eggenthal war Kirchtag. Die Böller krachten von den Höhen und dann wieder ganz nahe auf der Gemeindewiese, daß es einen prächtigen Wiederhall gab. Das Echo rollte durch das Thal. Bald war es hier, bald dort, und immer wieder bekam es neue Arbeit. Ein prächtiger Herbsttag lag über der Gegend. Am Himmel zeigten sich nur vereinzelte lichte und zerrissene Wolkenstreifen, die auf nahenden Wind zu deuten schienen. Die Sonne vergoldete die Hausfirste des stattlichen Dorfes und blitzte in den kleinen Fensterscheiben, daß es eine helle Freude war. Über den Hausthüren wölbten sich Bogen aus frischem Tannenreisig. Bunte Fähnlein, gelbe, rote und weiße Klatschrosen aus Seidenpapier waren in das waldduftige Grün gesteckt. Jetzt läuteten alle Glocken von der Kirche. Noch weit vor dem Gotteshaus standen die Andächtigen auf dem Friedhofe. Alle beugten das Knie. Der greise Kurat gab mit dem Allerheiligsten vom Hochaltar aus seiner Gemeinde den Segen. Die letzten Töne der Orgel verklangen. Alles strömte, sich zuerst mit dem Weihbrunn bekreuzigend, aus der Kirche auf den freien Platz hinaus in den hellen Sonnenschein. Bald darauf war auch die große Gaststube beim Ochsenwirt bis zum Erdrücken gefüllt. Die Bauern, Knechte und Burschen saßen dichtgedrängt auf den hölzernen Bänken. Eine Maß »Rötel« nach der andern »spazierte« auf. Kirchtag ist ja nur einmal im Jahr. Und da muß man

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