Chapter

1. Kapitel. Der Todessang der Sahara.

Die zackigen Felsen warfen tiefschwarze Mondschatten … Diese Schattenbilder auf dem hellen Geröll und Wüstensand waren von wunderlichster Form und regten die Einbildungskraft an, ihre Figuren zu Fabelwesen umzudeuten. Die wenigen Palmen drüben neben dem Wasserloch verneigten sich im Nachtwinde wie aus Ehrfurcht vor den weißgelblichen Gebeinen, von denen die Zisterne wie von einem schauerlichen Gehege umfriedet war. Ich horchte wieder, die Hand zum Schalltrichter um die Ohrmuschel geschmiegt. Die andere hielt die Büchse. Entsichert … Neun Schuß im Magazin … Das gab, wenn es nicht anders ging, neun Tote … Ich hatte diese Geschichte satt, ich ließ mich nicht mehr Nacht für Nacht narren und von meinem Lager weglocken. Man wollte mich zermürben … Tagelang ging das nun so. Nachts keinen Schlaf, am Tage, wenn die Sonne über der Sahara flimmerte in quälender Hitze, dasselbe Spiel … Ich hatte die Taktik nun durchschaut … Das war alles kein Zufall, das war Absicht, – nein, gemeinste, feigste Mordfalle. So war es … … Ich horchte … Mein Blut siedete vor Müdigkeit … Die Trommelfelle täuschten mir vielleicht im Brausen dieses Blutkreislaufs Töne vor, die ein weniger abgehetzter Kadaver nie wahrgenommen hätte. Aber ein Mensch, der körperlich so herunter ist, daß er im Stehen einschlafen würde, ist nicht mehr Herr seiner Ohren … Sie belügen ihn … Vielleicht … Grade weil das Blut in den

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