Die Spielhölle in Hongkong
1. Kapitel. Sennora Travesta. Nach einem glutheißen, windstillen Tage brachte der Abend eine erquickende Seebrise, die über das dem Hafen von Pernambuco vorgelagerte lange Korallenriff hinwegstrich und die Wasser des Innenhafens sanft kräuselte. Unweit des Zollhauses lag hier eine schneeweiße, elegante Motorjacht mit zwei Masten vor Anker. Zu beiden Seiten ihres scharfen Bugs prangte in Goldbuchstaben der Name Atlanta. Es war dieselbe Jacht, die Harald Harst in London für längere Zeit gemietet und die uns nach manchen Abenteuern hierher geführt hatte. Wir saßen jetzt zu dreien auf dem Achterdeck in bequemen Korbsesseln: Harst, Kapitän Banfy und ich, Haralds Privatsekretär und Freund. Soeben hatte ein Boot einen Brief für Harst gebracht. Er hielt den Brief, nachdem er ihn überflogen hatte, in der Hand und lächelte etwas. Dann sagte er: »Hier schreibt mir eine Sennora Maria Travesta, daß sie mir etwas mitteilen könnte, was mich als Liebhaberdetektiv wohl interessieren dürfte. Es heißt hier wörtlich: »Ich bin eine alte Frau, die frei von Aberglauben ist. Und doch – wer in meinem Hause ein paar Tage wohnt, kann wohl abergläubisch werden. Die Dienstboten halten es bei mir nie lange aus trotz glänzender Bezahlung. Nur meine Köchin Josefa habe ich nun schon 23 Jahre. – Ich habe heute früh in der Zeitung alles über den Schatz des Grafen Omagastra, den Sie nun gefunden haben, mit