Chapter

Erstes Buch

Am blauen Himmel zogen weiße Wölklein, und im Sonnenscheine lag die Krummenau. Hoch über Palas und Ringmauern der massigen Burg ragte der schlanke Bergfried empor in die heiße Luft, und der vergoldete Knauf seines Wächterhäusleins funkelte in den Strahlen der Sonne. Gleich einem mächtigen Walle standen in der Runde hochgetürmt die böhmischen Hügel und Berge und waren bedeckt mit dunkeln Tannenforsten und mit lichten Laubwäldern und waren besäumt mit gelben Kornfeldern; tief unten im Tale aber glitzerte die braune, vielgekrümmte Moldau, von den mittägigen Hügeln herab zog sich das helle Band des uralten Saumpfades hinein zwischen die Hütten der Krummenau, heran unter die schroffen Felsen – und von den schroffen, grauen Felsen schaute die Herrenburg frank und frei hinaus über Hütten und Strom, über Saumpfad und Steige hinauf und hinüber zu den gelben Kornfeldern, zu den strohgedeckten Meierhöfen, zu den dunkeln und lichten Wäldern ringsumher. – Aus der niederen Türe des Wächterhäusleins, das wie ein Bienenkorb auf der Plattform des Bergfrieds stand, kam gebückt ein alter Mann. Langsam ging er auf dem schmalen Wege zwischen Steinbrüstung und Holzwand, hielt seine faltige Hand über die Augen und spähte nach allen vier Enden des Himmels. Die Stille des heißen Nachmittags lastete auf der Landschaft, verschlafen zwitscherten die Vögel unter den Dächern, leise nur drang das Rauschen

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