Chapter

Die Söhne des Apostels

An einer Bucht des breiten Sees, den der kleine Alsterfluß bildet, auf einem flachen grünen Hügel erhoben sich Rasenwälle und starke Pallisaden, daneben ein hölzernes Kirchlein und einige strohgedeckte Blockhütten, ein Glockenturm und ein neues großes Haus, an dem noch gebaut ward. Das war Hammaburg, das war die dürftige Wiege der üppigen Seekönigin. Mitten in die Wildnis von Urwald, Sumpf und ungeregelten Wasserarmen war sie gestellt, preisgegeben den finsteren Winternächten, dem krachenden Frost, den heulenden Stürmen, und den noch viel schrecklicheren Stürmen heidnischer Normannen, Dänen und Slaven. Sorgenschwer schritt an diesem Morgen Anschar aus seiner Hütte, der große Erzbischof, den Kaiser Ludwig der Fromme ausgesandt, den Völkern des Nordens den Christenglauben zu bringen. Tiefauf seufzte Anschar, als er auf die leeren, verfallenden Hütten sah. Alle seine Mönche hatten ihn verlassen, Angst und Not hatte alle Zucht gelockert, der Mangel an der notwendigsten Nahrung und die stete Gefahr. Heute schaute ein blauer Sommerhimmel auf die brüllenden Herden und die jungen Kornfelder ringsum: geschwindes Wild sprang aus dem dichten Walde hervor, warf einen verwunderten Blick auf die Schöpfung der Menschen und verschwand wieder. Der hohe, bleiche Mönch schritt still den Hügel hinab, dem See zu. Wo eine Eichenwaldung dem Wasser ganz nahe rückte, da ließ er sich nieder, auf seinen

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