Siebenter Abschnitt
Der trübe Spätherbst war längst eingebrochen, als Theodor in seinem Zimmer beim knisternden Kaminfeuer der würdigen Serapionsbrüder harrte, die sich dann zur gewöhnlichen Stunde nach und nach einfanden. »Welch abscheuliches Wetter,« sprach der zuletzt eintretende Cyprian, »trotz meines Mantels bin ich beinahe ganz durchnäßt, und nicht viel fehlte, so hätte ein tüchtiger Windstoß mir den Hut entführt.« »Und das,« nahm Ottmar das Wort, »und das wird lange so währen, denn unser Meteorolog, der, wie ihr wißt, in meiner Straße wohnt, hat einen hellen freundlichen Spätherbst verkündigt.« »Recht,« sprach Vinzenz, »ganz recht hast du, mein Freund Ottmar. Wenn unser vortreffliche Prophet seine Nachbaren damit tröstet, daß der Winter durchaus nicht strenge Kälte bringen, sondern ganz südlicher Natur sein würde, so läuft jeder erschrocken hin und kauft so viel Holz, als er nur beherbergen kann. So ist aber der meteorologische Seher ein weiser hochbegabter Mann, auf den man sich verlassen darf, wenn man nur jedesmal das Gegenteil von dem voraussetzt, was er verkündigt.« »Mich,« sprach Sylvester, »mich machen diese Herbststürme, diese Herbstregen immer ganz unmutig, matt und krank, und dir, Freund Theodor, glaube ich, geht es ebenso?« »Allerdings,« erwiderte Theodor. »Diese Witterung –« »Herrliches,« schrie Lothar dazwischen, »herrliches geistreiches Beginnen unseres Serapionsklubs! Vom