Die Frau in der Krone
Die Frau in der Krone. Daß mein chinesischer Freund und Dschungelgefährte den Orang-Utan, den er endlich nach tagelangen Bemühungen in den Bambuskäfig gelockt und gefangen hatte, wieder laufen ließ, war ja an sich ein sehr hübscher Charakterzug Chi Apis. Es war eben derselbe Maia gewesen – Malaien und Dajak als farbige Ureinwohner Borneos bezeichnen den Orang-Utan mit Maia, ein Ausdruck, der etwa Waldherrscher bedeutet –, der bereits vor wenigen Tagen der List der Menschen erlegen war, außerdem auch dasselbe Tier, dem wir die erste sichere Botschaft von Anja van Vanderoos verdankt hatten und Freund Chi konnte beim besten Willen nicht voraussehen, daß dieser Menschenaffe, ein Exemplar von außergewöhnlicher Stärke für Margrit Jossi die Ursache furchtbarster Todesangst werden sollte. Als Chi mir damals kurz nach Mitternacht das abgesplitterte Propellerstück gezeigt und sehr bald begriffen hatte, daß irgendwo in der Nähe unserer Urwaldhütte ein Flugzeug notgelandet sein müßte, war er sofort Feuer und Flamme dafür, dieses Flugzeug zu suchen, zumal wir annehmen mußten, daß die Insassen sich in den Gipfeln der Urwaldriesen in höchster Bedrängnis befänden, falls sie nicht bereits tot wären. Es war eine sternklare, warme Nacht, und über die Berge von Madjang strich ein erquickender Wind hin. Gut bewaffnet wie immer schritten wir den Dschungelpfad entlang bis zu jener Stelle, wo Chi das