Fritz Malchows seltsame Erlebnisse
Die Segeljacht „Nixe“ des Hamburger Senators Behrend lag nun schon seit Tagen in einer Windstille südlich von Kap Sambar, der Südwestspitze von Borneo, auf einer flachen Stelle der Java-See vor Anker. Das Meer erschien unter den sengenden Strahlen der Junisonne wie flüssiges Blei. Nur eine kaum merkliche Dünung hob und senkte die Jacht regelmäßig wie eine leise hin und her schwingende Schaukel. Die Hitze wirkte so erschlaffend, das Holzdeck der „Nixe“ war so heiß, daß nur die Wache auf dem Vorschiff träge im Schutze eines Sonnensegels auf und ab schritt. Sonst war das elegante Fahrzeug wie ausgestorben. Im Rauchsalon saßen fünf in weiße Leinenanzüge gekleidete Herren, tranken eisgekühltes Zitronenwasser, rauchten und wechselten hin und wieder ein paar kurze Sätze, die zumeist wenig liebenswürdige Schmeicheleien für den Wettergott waren, der die „Nixe“ in dieser Backofenglut infolge der völlig unbewegten Luft festhielt. Kapitän Reinhard, der Führer der Jacht, schlug einen Skat vor. Aber er fand bei den anderen wenig Anklang mit diesem Mittel zur Vertreibung der Langenweile. „Sagen Sie mir lieber, wann wir eine Änderung des Wetters erwarten können, bester Reinhard“, meinte Doktor Volker, ein junger Privatdozent der Universität Kiel, den der Senator ebenso wie den Professor Tomsen und den Großkaufmann Allert zu dieser Fahrt nach den ostindischen Inseln eingeladen hatte. Der