Chapter

Die Schwärmerin

Das war zur Zeit jenes Wortes mit der lateinischen Klangbildung, welches in seiner Wesenheit nichts Anderes bedeuten will, als dass Zwei, die ueber irgend etwas einig geworden sind, mit eintraechtigem Herzen ein Buendnis abgeschlossen haben. Zur Zeit des Konkordates! Seitdem ist allerdings zwischen den zwei Herzen eine Entfremdung oder wenn ihr besser wollt, ein Riss, eine Art gewaltigen Bruches eingetreten. Ist aber dadurch meine Geschichte ungeschehen zu machen?... Der Kirchenfuerst stand in einer der hohen Fensternischen seines Arbeitszimmers, in den Haenden ein Papier haltend, woran ein grosses amtliches Siegel zu sehen war, und las gar eifrig darin... Ist es nicht sonderbar, dass man von einem eisigen Laecheln sprechen darf? Draussen glitzert froehlicher Sonnenschein um die feinsten Spitzen und Thuermchen der Kathedrale, und sogar das violette Kaeppchen auf dem weissen Haupte des hohen Geistlichen ist wie vergoldet. Warum seine Lippen allein zu sagen schienen: Was geht das uns an? Dass da draussen die feinsten Spitzchen und Thuermchen leuchten und funkeln... sollte es vielleicht anders sein? Sind sie nicht da, um hoch oben ueber dem Qualm der Menschheit den Triumph unserer Sache zu verkuendigen? den endlichen Sieg?... Dann trat er raschen Schrittes zu einem Tische, an welchem ein junger Mann in schwarzem Habit sass. Er warf ihm das amtliche Schreiben mit einer fast

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