Die Kunst aufzuhören
Die Kunst zu lieben oder Wie fang' ich mir ein Verhältnis an? Das Allerschönste auf der Welt (Natürlich abgeseh'n von Geld, Was unbedingt zu jeder Frist Das Allerallerschönste ist) Ich wiederhole noch einmal: Das Schönste hier im Erdental, Im Dorf, im Städtchen, in der Stadt Ist ein Verhältnis (wenn man's hat!). Denn wie die Dinge immer liegen, Es ist und bleibt halt ein Vergnügen! Vor allem weißt du dich geliebt, Was Achtung vor dir selbst dir gibt; Denn fängst du eine Liebste ein, So muß doch etwas an dir sein ... Ein Held, ein Dichter, ein Genie ... Mit einem Wort: du bist für sie Der Menschheit schönstes Diadem – Und so was ist ganz angenehm. Was aber schließlich, lieber Freund, Das schönste beim Verhältnis scheint, Das ist der Umstand, daß du hier All das, was einer Ehe Zier, All das, was einer Ehe Pracht, Was wünschenswert die Ehe macht, Was quasi seit Jahrtausendfrist Der Ehe Zweck und Inhalt ist, Wofür du bebst, worum du flehst – – (Ich hoffe, daß du mich verstehst) Kurz: daß du alle süßen Gaben Wie in der Ehe hier kannst haben, Und daß du doch zu gleicher Frist – Bedenk' – vollständig ledig bist! Wie kann dir's nun, mein Freund, gelingen, Dir ein Verhältnis zu erringen, Das süß und hold und angenehm, Bescheiden, liebevoll, bequem Und – da du doch so sparsam bist – Verhältnismäßig billig ist? Das, lieber Freund, ist bald erreicht; Wenn du mir folgst, triffst du es