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Erlebnis eines Malers

Im Sommer 1879 hatte ich für einen hohen Kunstfreund eine Reihe von Bildern zu malen. Mährische Landschaften und Volkstypen. Je treuer und charakteristischer, je besser. Da ich meine Zeit gehörig ausnützen und auch ganz unabhängig bleiben wollte, vermied ich, von der Gastfreundschaft der Schloßbewohner Gebrauch zu machen, und nahm trotz der Liebenswürdigkeit, mit der sie mir fast überall angeboten wurde, mein jeweiliges Standquartier wohl oder übel (meistens übel) im Dorfwirtshaus. Rasch ging die Arbeit mir von der Hand. Ende September waren alle meine Skizzen und sogar einige Bilder fertig. Mit gutem Gewissen und sehr heiterem Mute durfte ich wieder heimwärts fliegen nach Wien, wohin für den ersten Oktober eine Verabredung mich rief – mächtig rief... Ich verrate nichts, ich sage nur: mein Herz, das heute noch von Winterfrost nichts weiß, befand sich damals im Drang der Herbstäquinoktialstürme. Am Morgen des letzten Septembers erwachte ich zugleich mit dem Haushahn im Gasthof des Dorfes Willowic. Ein ganzer Tag war noch zu überwinden, bevor sie aufging, die Sonne des ersten Oktobers. Wenn ich heute meine Heimreise antrat, lagen noch ein paar Abendstunden, lag eine sicherlich schlaflose Nacht zwischen der Stunde meiner Ankunft und der meines Glückes. Ich entschloß mich, meine Ungeduld tagsüber zu verrennen und die Nacht lieber im Waggon als im Bett zu durchwachen. Einen Lokalzug

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