Chapter

Erstes Kapitel

Die schöne Lilofe, von der in diesem Roman erzählt wird, hat den Ton auf der mittleren Silbe. Daraus ist zu ersehen, daß sie nicht etwa eine Fee ist – oh nein, sie war ein frohgemutes junges Menschenkind, das in der Frühlingszeit seines Lebens dem köstlichen Glauben anhing: ihr Herz wäre die Sonne, und sie hätte nichts zu tun, als sie scheinen zu lassen, auf daß Himmel und Erde zu jauchzen begännen, wohin sie käme. Ihren Namen, der so wenig alltäglich war wie ihre Schönheit, verdankte sie dem Eigensinn ihres Vaters, des Herrn Achilles Vanderey. In jener Stunde nämlich, in der dem Herrn Achilles Vanderey in dem alten Handelshause der Kerkstraat in Amsterdam sein zweites Töchterlein geboren wurde, schritt er voll Unrast durch das reiche Zimmer. Das gebrochene Licht des späten Sommernachmittags spann um das Braun und Altgold der Möbel und Dinge, die da waren. Seine Schritte über den Teppich waren leiser als der Pendelschlag der sehr großen Standuhr mit den vlämischen Säulen – waren leiser als die Schläge seines Herzens. Als die Uhr die sechste Stunde rief und immer noch keine Kunde zu ihm gedrungen war, nahm er einen alten Band aus einem Gefache des Wandschranks, sank in den Ledersessel am Fenster und begann zu blättern. Seine Gedanken liefen aus dem Zimmer, und er horchte nach der großen eichenen Tür, ob sich von dort her nicht die klingende Botschaft zu ihm drängen wollte: »Herr

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