I. Die Apotheke
In einer der lebhaftesten Straßen Semlins prangte an einem freundlichen zweistöckigen Hause ein blaues Schild, auf dem mit großen goldenen Buchstaben die Worte standen: „Drachenapotheke.“ Neben der großen Glasthür, die in das Innere des Hauses führte, stand auf einem weißen Piedestale von Holz die Illustration zu dem Texte im blauen Schilde, ein gelber Drache nämlich, der seinen Schweif um eine Säule wand und den Rachen weit aufriß. Das Erdgeschoß dieses Hauses enthielt außer dem Verkaufslokale und den Wohnzimmern des Besitzers noch die Küche und die Speisekammern. Die Haustür ging nach dem Hofe hinaus und in dem Hofe befand sich das Laboratorium. Der erste Stock ward von einem jungen Advokaten bewohnt. Die Fenster desselben schmückten saubere Gardinen, und ein Flor ausgewählter Blumen prangte hinter zierlichen Eisengeländern auf den reinlichen Brüstungen. Der Besitzer dieser Niederlage von Heilmitteln war ein Mann von fünfzig Jahren, er nannte sich Istvan Czabo. Sein Haupthaar war bereits ergraut, die Stirn war hoch und glänzend, und in dem feinen weißen Gesichte zeigten sich Furchen. Aber die Lebendigkeit seiner Bewegungen, das Feuer der großen schwarzen Augen und die mäßige Corpulenz seiner hochgewachsenen Gestalt schienen einem kräftigen Manne von vierzig Jahren anzugehören. Um die Zeit, wo wir Herrn Czabo kennen lernen, pflegte er einen angehenden Schnurrbart, dem er durch