Chapter

Die Schnepfe

Der alte Baron des Ravots war vierzig Jahre lang in seiner Gegend Jagdkönig gewesen. Aber seit fünf oder sechs Jahren fesselte ihn eine Lähmung der Beine an den Stuhl und er konnte nur noch vom Fenster seines Wohnzimmers oder von der Veranda aus Tauben schießen. Die übrige Zeit hindurch las er. Er war im Verkehr sehr liebenswürdig und hatte noch etwas von jenem schöngeistigen Wesen des vorigen Jahrhunderts. Er liebte kleine guterzählte pikante Geschichten oder wahre Histörchen aus der chronique scandaleuse der Nachbarschaft. Sobald ein Freund bei ihm eintrat, fragte er sofort: – Nun, was giebts Neues? Und er wußte ihn auszufragen wie ein Untersuchungsrichter. Wenn die Sonne schien, ließ er seinen großen Fahrstuhl, der fast einem Bette glich, vor die Thür rollen. Ein Diener stand hinter ihm, hielt das Gewehr, lud es und gab es seinem Herrn. Ein anderer Diener lag im Gebüsch versteckt und ließ ab und zu eine Taube fliegen in unregelmäßigen Zwischenräumen, damit der Baron nicht wisse, wann sie kam und immer auf dem Anstand bliebe. Und von früh bis abends schoß er die flinken Vögel, war außer sich, wenn er nicht aufgepaßt hatte und fehlte, und lachte wieder bis zu Thränen, wenn das Tier auf den Schuß sofort fiel oder sich auf wunderliche und unvorhergesehene Art überschlug. Dann wandte er sich immer um zu seinem Diener, der lud, und fragte, indem er sich vor Heiterkeit nicht zu

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