Chapter

Die Schmiere

In einer Sommerfrische am Salzkammergutsee machten eines Augusttages große Plakate Aufsehen, die teils von einem jungen Manne in nachlässigem Touristengewand, mit einem Jägerhütel auf dem braunlockigen Kopfe, teils von einem alten, glatzigen und rotnasigen Menschen ausgetragen wurden, der wie ein Laternenanzünder herumlief, mit einer Schirmkappe und in einem Leinenkittel, in dessen Taschen er fünfundzwanzig Gegenstände verwahrte: eine Brille, eine Pfeife, ein rotblaukariertes Sacktuch, eine hölzerne Dose, ein Stück betagtes Brot, eine Tüte mit Malzbonbons gegen seinen Husten, einen Tabaksbeutel,»Schillers Räuber«, ein zerlesenes Büchel aus Reclams Universalbibliothek, ein Feuerzeug, einen Pinsel zum Kleistertopfe. Den trug er in der linken Hand, deren Arm, an den Rumpf gepreßt, ein Bündel solcher Anschlagzettel festklammerte. Sie sollten nämlich aus Ersparungsrücksichten womöglich verteilt und nur an besonders auffallenden Stellen angeschlagen werden: beim Hotel und Bürgermeisteramt, am Platze und an der Badeanstalt. Sonst aber wurden sie in die Häuser persönlich getragen mit der Bitte, sie gütig aufzubewahren, damit sie seinerzeit wieder abgeholt werden könnten. Der Alte erklärte sich den Herrschaften, besser noch den Dienstpersonen weiblichen Geschlechts und jeden Alters recht ausführlich über das Institut, das er zu vertreten die Ehre hatte: Madame Überackers, Friederike

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