Fünfter Teil
Am folgenden Tage wurde in der Dorfkirche von Malinowka seit zehn Uhr morgens die große Glocke zum Hochamt geläutet. Im Hause ging alles drunter und drüber. Die Kalesche wurde angespannt, und auch die altmodische Galakutsche kam zum Vorschein. Die Kutscher zogen ihre neuen, hellblauen Livreeröcke an, salbten sich die Köpfe mit Butter und waren vom frühen Morgen an betrunken. Die zum Hofgesinde gehörenden Frauen und Mädchen trugen ihre buntfarbigen Kattunkleider nebst Kopftüchern und allerhand Bändern. Die Stubenmädchen rochen schon auf zehn Schritt nach Nelkenpomade. Jegorka erschien in einem stutzerhaften Aufzug, wie man ihn noch nie gesehen; er trug ein ganz kurzes Jackett, das ihm Raiskij geschenkt hatte, grün gewürfelte, fast neue Beinkleider, die er gleichfalls von Raiskij bekommen hatte, und eine blaue Weste nebst orangegelbem Halstuch, die er beide aus eigener Tasche sich hinzugekauft hatte. Er tauchte plötzlich in diesem Aufzug vor Tatjana Markowna auf. »Was ist denn mit dir los?« rief sie streng. »Du siehst ja wie eine Vogelscheuche aus! Herunter mit den Lappen! Wassilissa! Alle sollen Livreeröcke anziehen – Serjoshka sowohl wie Stjopka und Petruschka und auch dieser Narr da!« sagte sie, auf Jegor zeigend. »Jakow soll den schwarzen Frack und dazu eine weiße Binde tragen. Sie sollen bei Tisch aufwarten und auch am Abend die Livreen anziehen!« Das ganze Haus sah festlich