Erster Teil
In einer nur oberflächlich aufgeräumten Wohnung einer der großen Straßen von Petersburg saßen zwei Herren, von denen der eine etwa fünfunddreißig, der andere fünfundvierzig Jahre alt sein mochte. Der erstere hieß Boris Pawlowitsch Raiskij, der zweite Iwan Iwanowitsch Ajanow. Boris Pawlowitsch hatte ein lebhaftes, ungemein bewegliches Gesicht. Auf den ersten Blick erschien er jünger, als er in Wirklichkeit war. Die hohe weiße Stirn strahlte von Frische, und die Augen wechselten rasch ihren Ausdruck, blickten bald gedankentief, bald gefühlvoll, bald heiter, oder sie schauten träumerisch drein und erschienen dann jung, fast wie die eines Jünglings. Zuweilen jedoch lag etwas Reifes, Müdes, Gelangweiltes in ihnen, und dann verrieten sie das Alter ihres Besitzers. Drei leichte Falten, diese unverwischbaren Runenzeichen des Alters und der Erfahrung, hatten sich sogar bereits um die Augen gelegt. Das schwarze Haar fiel glatt in den Nacken und über die Ohren, an den Schläfen aber schimmerte es ein klein wenig ins Weiße. Die Wangen hatten gleich der Stirn um Augen und Mund noch die jugendliche Tönung bewahrt, um Schläfen und Kinn jedoch ging ihre Farbe ins Gelblichbraune. Überhaupt ließ sich von dem ganzen Gesicht ohne Mühe jenes Lebensalter ablesen, in dem der Kampf zwischen Jugend und Reife bereits ausgetobt hat, in dem der Mensch in die zweite Lebenshälfte eingetreten ist und jedes