Die Schildkröte des Yogi
1. Kapitel. Ruinenzauber. Die Nacht kam. Sie schlich herbei wie ein häßliches Pesthauch ausatmendes Ungetüm. Aus den sumpfigen Stellen, aus den Büschen und Dickichten krochen die Fieberschwaden hervor. Der Dschungel wehrte sich gegen die frechen, fremden Eindringlinge, und die Ruinenstadt Dawalla, einst Residenz des sagenhaften Königs Murwada, schien uns durch ihre gefährlichen Nebelgeister verscheuchen zu wollen. Aber wir hielten stand. Wir hatten Chinin wie Konfekt geschluckt, und trotz Nebel, Regen, Geheul wilder Bestien und der Aussicht, in unserem Zelt jede Minute den Besuch einiger Brillenschlangen abwehren zu müssen, befanden wir uns in glänzender Stimmung, die freilich zu neunzig Prozent auf das Konto dreier leerer Whiskyflaschen kam, die noch um halb neun voll gewesen. Jetzt, um halb zehn, waren wir drei voll: Harald, Lücke und ich. Doktor Lücke lag auf dem Bauch auf einer Kamelhaardecke und sog an seiner Zigarre und sang ebenso falsch wie laut: Gern — — hab’ ich die Frau’n ge…küßt … Ich schiefes Alkoholge…rüst, Doch noch lieber sauf’ ich Whiskypunsch, Wenn wir drei hier unter uns … Harst saß wie ein Türke da und reinigte andächtig seine Clementpistole, die in dieser verdammten Treibhausluft Rostflecke bekommen … Ich … schielte nach der vierten Whiskyflasche … Aber ich war anderseits auch verständig genug mir zu sagen, daß eine Buddel pro Mann schließlich auch genügt.