1. Kapitel. Ellinors Erscheinung.
Der Neuyorker Spezialarzt für Nervenleiden Doktor Edward Price atmete erleichtert auf, als er am 12. Januar abends gegen sieben Uhr den letzten seiner Patienten aus der Nachmittagssprechstunde erledigt hatte. Erschöpft saß er im Sessel vor seinem riesigen Diplomatenschreibtisch und machte nun noch einige Eintragungen in sein Journal. Plötzlich hörte er trotz der gepolsterten Tür im Flur einen heftigen Wortwechsel zwischen seinem Diener und einem offenbar sehr erregten Herrn, der jetzt wie ein Verrückter schrie: »Mr. Price mag meinetwegen 100 000 Dollar für die Konsultation verlangen! Ich muß ihn sprechen!« Dann ein Wutschrei des Dieners, den der späte Besucher wahrscheinlich gewaltsam beiseite gestoßen hatte. Die Flurtür des Sprechzimmers wurde aufgerissen, und herein stürmte ein Herr im eleganten Gehpelz, einen spiegelblanken Zylinder halb im Genick. Sein bartloses, leiddurchfurchtes Gesicht sah so verstört aus, daß Doktor Price unwillkürlich Mitleid mit dem fraglos den wohlhabendsten Kreisen der Millionenstadt angehörigen, wohl kaum dreißig Jahre alten Manne empfand. Der Herr nahm jetzt hastig den Hut vom Kopf, machte Price eine knappe Verbeugung und sagte, von keuchenden Atemzügen oft unterbrochen: »Mr. Price, ich bin Allan Godwell –« In der Art, wie er dies aussprach, lag das natürliche Selbstbewußtsein des einzigen Erben eines Riesenvermögens und eines der bedeutendsten