Widmung
Novelle Mannheim, bei Heinrich Hoff. 1836 Herrn Varnhagen von Ense ergebenst gewidmet. Ich ergreife jede Gelegenheit, hochgeehrter Herr, Ihnen darzulegen, mit welcher Treue, Ergebenheit und Achtung, mein Herz an Ihrem Glauben in Sachen der Kunst und Wissenschaft hängt, wie lebhaft es Ihre schöne Stellung in unsrer Literatur und die günstige Einwirkung Ihres Charakters zu erkennen glaubt. In einer Zeit verwirrender Kämpfe, wo alles Ursprüngliche und Umfassende ohne Beachtung blieb wegen der dominirenden Einzelnheiten, wo auch die Literatur und Gesellschaft nur Gegensätze zu enthalten schien, in einer Zeit, wo auch ich mitten im Wirbel bedenklich herumgetrieben ward, da nahmen Sie mich freundlich auf, Sie fragten nicht nach Partei und Namen, Sie griffen mit weicher Hand nur nach dem, was man beim Schriftsteller Talent heißt; Sie sagten es nicht direkt, aber ich erfuhr es durch Sie, daß die vielen zufälligen Richtungen unsrer Tage einen Menschen nicht erschöpfen. Der Mensch ist mehr als ein historisches Moment, denn er kann deren viele erzeugen – daß ich dessen und somit eines größeren Reichthums meiner selbst inne wurde, habe ich sicherlich größtentheils dem Glücke zu verdanken, das mich vor Ihr freundliches Antlitz führte. Ich halte dies für einen wichtigen Abschnitt im Leben eines Mannes, welcher sein Amt darin sucht, fortwährend vor seiner ganzen Nation zu sprechen. Die Welt